Mehrfach abgefälscht: Kanadas Pierre-Luc Dubois trifft mit dem Schlittschuh zum zwischenzeitlichen 3:1 gegen Deutschland.
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WM-Auftakt: Deutschland verliert knapp gegen Kanada

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist mit einer 3:5-Niederlage gegen Kanada in die Weltmeisterschaft 2022 in Finnland gestartet. Deutschland hielt über weite Strecken gut mit, doch bestraften die Kanadier deutsche Fehler gnadenlos und zeigten sich eiskalt im Powerplay.



Bundestrainer Toni Söderholm, in dessen Stab sich mit Jessica Campbell auch die erste weibliche Co-Trainerin beim DEB befand, schickte mit Torwart Philipp Grubauer (Seattle Kraken), Verteidiger Moritz Seider (Detroit Red Wings) und Mittelstürmer Tim Stützle (Ottawa Senators) seine drei NHL-Spieler aufs Eis.

 

Kanadas Coach Claude Julien verfügte dagegen ausschließlich über NHL-Spieler, verzichtete aber überraschend auf den wohl klangvollsten Namen in seinem Aufgebot: Mathew Barzal (New York Islanders) wurde noch nicht für die WM lizensiert und stand nicht im Kader.


1. Drittel: Kanada bestraft Fehler gnadenlos

Grubauer war direkt gefordert, denn Kanada legte sofort los, startete Angriffe mit seinen schnellen Spielern und zog geradlinig zum Tor. Deutschland brauchte ein paar Minuten, taute dann aber auf, fand besser in die Zweikämpfe und hielt voll dagegen.

 

In einer Szene verloren die Deutschen den Puck in der eigenen Zone, Josh Anderson spielte auf engstem Raum einen Drop-Pass für Talent Cole Sillinger (18), der aus dem High-Slot zum 1:0 in den rechten Winkel traf (9.).

 

Im weiteren Verlauf hielt die DEB-Auswahl gut dagegen, fand in der Offensive jedoch nur selten statt. Fehler bestrafte Kanada dagegen weiterhin gnadenlos: Marcel Noebels verdaddelte den Puck an der eigenen blauen Linie, Pierre-Luc Dubois übernahm und traf mit einem verdeckten Schuss in linken Winkel – 2:0 (18.).


2. Drittel: Michaelis trifft für Deutschland, doch Kanada enteilt  

Mit mehr Härte und besserem Timing ging Team Deutschland in den zweiten Abschnitt und hielt die Kanadier somit in Schach. Mit fortschreitender Spieldauer wurden die Deutschen dann zwingender und kamen zum Anschluss: Nach einem Schuss von Moritz Seider vom rechten Flügel staubte Marc Michaelis aus der Nahdistanz zum 1:2 ab (28.).

 

Ausgerechnet in diese starke Phase von Team Deutschland schlug Team Kanada wieder zu: Im Powerplay passte Drake Batherson scharf vors Tor, die Scheibe über die Kelle von Nicolas Roy und den Schlittschuh von Dubois zum 3:1 ins Tor gelenkt (32.).

 

Auch im nächsten Überzahlspiel klickte das kanadische Powerplay: Das Mutterland des Eishockeys gab eine Kostprobe seiner Spielstärke und lief den Puck gut laufen. Am Ende guckte sich Kent Johnson eine Lücke aus und traf von rechts ins Torwarteck zum 4:1 (34.).

 

Diese Doppelschlag bedeutete einen Bruch im deutschen Spiel. Nach einem feinen Rückhandpass von Maxime Comtois fasste Noah Gregor den Puck direkt ab und stellte auf 5:1 (38.). 

 

3. Drittel: Deutschland gefällt im Powerplay

Im Schlussdrittel durfte dann auch Deutschland die Powerplay-Formationen aufs Eis schicken. Bei 5-gegen-3-Überzahl legte Stützle mit viel Übersicht für Matthias Plachta ab, der präzise ins rechte Kreuzeck zum 2:5 traf (42.). Kurz darauf hatte Daniel Schmölz bei 5-gegen-4 die Großchance zum Anschluss, brachte den abgefälschten Puck aus der Nahdistanz aber nicht über die Linie.


Wenig später kam die DEB-Truppe erneut zu einem 5-gegen-3-Powerplay und baute in Überzahl gehörig Druck auf. Seider wurde am linken Faceoff-Punkt gesucht, verzögerte kurz und feuerte den Puck dann zum 3:5 in den linken Knick (53.).


3:20 Minuten vor dem Ende ging Söderholm erstmals voll ins Risiko und nahm Grubauer für einen Extra-Angreifer vom Eis. Deutschland spielte also Einbahnstraßen-Eishockey, doch wollte der Puck nicht mehr ins von Logan Thompson gehütete Tor.


Deutschland – Kanada 3:5

Tore:

0:1 Cole Sillinger (Josh AndersonAdam Lowry, 08:06)

0:2 Pierre-Luc Dubois (17:22)

1:2 Marc Michaelis (Moritz SeiderLeo Pföderl, 27:24)

1:3 Pierre-Luc Dubois (PP, Nicolas RoyDrake Batherson, 31:37)

1:4 Kent Johnson (PP, Dawson MercerThomas Chabot, 33:39)

1:5 Noah Gregor (Maxime ComtoisTravis Sanheim, 37:35)

2:5 Matthias Plachta (PP, Tim StützleMoritz Seider, 41:13)  

3:5 Moritz Seider (PP, Tim StützleLeo Pföderl, 52:35)

 

Aufstellung:

42 Yasin Ehliz | 18 Tim Stützle | 22 Matthias Plachta

92 Marcel Noebels | 65 Marc Michaelis | 83 Leo Pföderl

25 Daniel Schmölz | 15 Stefan Loibl | 77 Daniel Fischbuch

26 Samuel Soramies | 7 Maximilian Kastner | 40 Alexander Ehl

 

91 Moritz Müller | 53 Moritz Seider

41 Jonas Müller | 5 Korbinian Holzer

38 Fabio Wagner | 6 Kai Wissmann

3 Dominik Bittner

 

30 Philipp Grubauer (35 Mathias Niederberger)

 
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