NHL

NHL Vorschau 2021/22: Pacific Division

In der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober startet die NHL in die Saison 2021/22. EliteProspects Rinkside gibt einen kurzen Überblick über alle 32 Teams. In dieser Ausgabe: Die Mannschaften aus der Pacific Division.



Die Pacific Division gilt in der Saison 2021/22 als die schlechteste aller vier Gruppen. Es ist davon auszugehen, dass die Central Divison mindestens einen, wenn nicht sogar zwei Wild Card Spots in der West Conference erobern wird. Somit blieben nur Spots für die Stanley Cup Playoffs 2021. Diese dürften hart umkämpft sein…


Vegas Golden Knights  

Vorsaison: Auch im vierten Jahr ihres Bestehens schafften es die Golden Knights in die Stanley Cup Playoffs. Die Sehnsucht nach dem Stanley Cup aber wurde erneut nicht erfüllt: Überraschend zog Vegas im Stanley Cup Halbfinale gegen die Montreal Canadiens den Kürzeren (2:4).

Jean-Yves Ahern-USA TODAY Sports


Top-Zugänge: Im Sommer stärkten die Knights die Tiefe auf der Center-Position und holten mit Brett Howden und Nolan Patrick zwei Mittelstürmer hinzu. Es ist gut möglich, dass Vegas vor dem Saisonstart noch versuchen wird, einen neuen Nummer-1-Center zu akquirieren, der die Reihe mit Mark Stone und Max Pacioretty centern könnte. Ein neuer Sniper für den Flügel ist Yevgeni Dadonov. Die Backup-Rolle hinter Starter Robin Lehner soll Neuzugang Laurent Brossoit einnehmen.


Top-Abgänge: Der Abgang von Marc-André Fleury schmerzt zweifelsohne: Der Torwart war jahrelanger Starter und Publikumsliebling und sorgte im Verbund mit Lehner dafür, dass Vegas das wohl beste Goalie-Tandem der Liga stellte. Um Capspace für Vertragsverlängerungen zu schaffen aber war dieser Schritt notwendig. Fleury ist der erste Torhüter in der NHL-Geschichte, der nach dem Gewinn der Vezina Trophy getradet wurde. Eine Entscheidung, die in der Hockey-Welt nicht jeder verstehen kann. Mit Ryan Reaves ging ein Viertreihen-Grinder, mit Cody Glass ein Mittelstürmer-Talent sowie mit Nick Holden auch ein Top-6-Verteidiger.


Top-Talente: In der Verteidigung werden sich die jungen Nicolas Hague (22), Zach Whitecloud (24) und Dylan Coghlan (23) um die zwei freien Stellen in der dritten Reihe streiten. Mit Kaedan Korczak (20) wissen die Golden Knights um ein weiteres Abwehr-Talent in ihrem System. Im Sturm ist Peyton Krebs ein großer Einschlag zuzutrauen: Der aufwändige, aggressive und energiegeladene Spielstil des 20-jährige Mittelstürmers passt perfekt in die Hockey-DNA in Vegas. Zach Dean (18), das Erstrunden-Pick 2021 (30. Stelle) wird in der QMJHL bei den Gatineau Olympiques weiter reifen. Goalie-Talent Logan Thompson (24), der einen guten Eindruck bei der AHL-Filiale Henderson Silver Knights hinterließ, könnte Broissoit die Backup-Rolle streitig machen.


Top-Thema: Stanley Cup Finale 2018, Erstrunden-Aus 2019 und zweimal Halbfinale in 2020 und 2021: Die Golden Knights sind ganz nah dran am ganz großen Wurf, doch fehlten meistens Kleinigkeiten. So bleibt ein neuer Nummer-1-Center das große Thema in „Sin City“. Dieser ist allerdings nur über einen Trade zu bekommen, denn Vegas operiert einmal mehr an der Capspace-Obergrenze. Es ist gut möglich, dass die Knights einen guten Flügelstürmer und/oder einen Verteidiger dafür „opfern“ müssen. Die Durchschlagskraft auf allerhöchstem Niveau aber bleibt das Dauerthema bei allen Stanley-Cup-Szenarien.


Prognose: Die Vegas Golden Knights sind der turmhohe Favorit in der Pacific Division und werden sich auch zum fünften Mal in fünf Jahren für die Stanley Cup Playoffs qualifizieren. 


Edmonton Oilers  

Vorsaison: Die Oilers haben ein Playoff-Problem: In den letzten 15 Jahren schaffte es Edmonton nur dreimal in die Endrunde: 2017 war in der 2. Runde Schluss (3:4 gegen die Anaheim Ducks), 2020 ging es nicht über die Qualifikationsrunde hinaus (1:3 gegen die Chicago Blackhawks) und 2021 gab es einen Sweep in der 1. Runde (0:4 gegen die Winnipeg Jets). Können die Oilers diesen Playoff-Fluch in 2022 brechen?

Perry Nelson-USA TODAY Sports


Top-Zugänge: Die Oilers drehten im Sommer gleich an mehreren Stellschrauben: Mit Routinier Duncan Keith und Cody Ceci präsentierte Edmonton zwei neue Verteidiger sowie mit Zach HymanWarren Foegele und Derek Ryan drei neue Stürmer, die dem Kader mehr Qualität in der Tiefe verleihen sollen. Insbesondere Hyman ist der Königstransfer in diesem Sommer und könnte sich einen Platz in der ersten Sturmreihe erkämpfen.


Top-Abgänge: Die Seattle Kraken angelten sich im Expansion Draft Abwehrmann Adam Larsson. Mit Ethan Bear und Caleb Jones wurden zwei Verteidiger-Talente abgegeben. Auch im Sturm gab es einige Abgänge: Der Vertrag mit dem deutschen Nationalspieler Dominik Kahun wurde nicht verlängert. Auch Alex ChiassonTyler Ennis und James Neal mussten gehen.


Top-Talente: Gleich vier Top-Talente dürften sich einen Spot im NHL-Roster sichern: Die Flügelstürmer Kailer Yamamoto (22) und Jesse Puljujärvi (23) sogar in einer Top-6-, Center Ryan McLeod (21) in einer Bottom-Six-Rolle. Evan Bouchard (21) ist in der Verteidigung fest eingeplant. Auf dem Zettel haben sollte man auch Tyler Benson (23), der seit Jahren exzellent beim AHL-Farmteam Bakersfield Condors produziert (156 AHL-Spiele, 34-107-141). Xavier Bourgault (18) wird als Erstrunden-Pick 2021 für die Shawinigan Cataractes in der QMJHL aufs Eis gehen.


Top-Thema: Die Abhängigkeit der Oilers von ihren beiden Superstars Connor McDavid und dem Deutschen Leon Draisaitl ist kein Geheimnis mehr. Das Duo steht für unglaubliche Scoring-Statistiken und wird auch 2021/22 wieder als Triebfeder der Offensive benötigt. Die große Frage aber ist: Wie viel Secondary Scoring kann Edmonton aufs Eis bringen? Hier sollen junge Talente und die Neuzugänge helfen, das Team schwerer ausrechenbar zu machen. Ein Dauerthema bleibt auch die Torhüter-Position: Mit Mike Smith (39), Mikko Koskinen (33) und Alex Stalock (33) haben die Kanadier weder ein besonders gutes noch ein entwicklungsfähiges Trio zur Verfügung. 


Prognose: Keine Frage: McDavid und Draisaitl produzieren weiter fleißig wie am Fließband. Die Oilers sollten auch in der Tiefe die Qualität haben, sich erneut für die Playoffs zu qualifizieren.


Vancouver Canucks  

Vorsaison: Die Vancouver Canucks erlebten eine enttäuschende Saison: Trotz großer Ambitionen belegten die Nucks den letzten Platz in der innerkanadischen North Division. Die Coronavirus-Pandemie traf Vancouver besonders hart: Fast die ganze Mannschaft hatte Covid-19, weshalb die Canucks den Spielbetrieb über mehrere Tage aussetzen mussten. Insgesamt also eine Saison zum Vergessen.

Perry Nelson-USA TODAY Sports


Top-Zugänge: Vancouver war im Sommer sehr aktiv auf dem Transfermarkt: Mit Oliver Ekman Larsson bekamen die Canucks via Trade einen Top-Verteidiger sowie mit Conor Garland einen pfeilschnellen Stürmer von den Arizona Coyotes. Mit Jaroslav Halák wurde ein erfahrener Backup für Starter Thatcher Demko verpflichtet. In der Verteidigung sollen Luke Schenn und Tucker Poolman aufräumen. Im Sturm wird Center Jason Dickinson eine Bottom-Six-Rolle einnehmen.


Top-Abgänge: Auch hier war viel Bewegung drin: Talent Kole Lind wurde im Expansion Draft von den Seattle Kraken herausgepickt. Der Blockbuster-Trade um Ekman-Larsson kostete neben Draftpicks auch drei Spieler: Jay BeagleLoui Eriksson und Antoine Roussel. Doch damit nicht genug: Goalie-Routinier Braden Holtby, die Verteidiger Alexander Edler und Nate Schmidt sowie die Stürmer Jake Virtanen, der Schweizer Sven Bärtschi und der Deutsche Marc Michaelis schnüren ihre Schlittschuhe künftig nicht mehr in Vancouver.


Top-Talente: In den letzten beiden Drafts hatte Vancouver kein Erstrunden-Pick mehr. 2021 war der am frühesten ausgewählte Spieler Stürmer Danila Klimovich in der 2. Runde an insgesamt 41. Stelle. Das heißt aber nicht, dass im Canucks-Kader kein Talent vorhanden wäre: Russe Vasili Podkolzin (20) und Schwede Nils Höglander (20) sollen Bottom-Six-Rollen bekleiden. In der Verteidigung hoffen Finne Olli Juolevi (23) und US-Boy Jack Rathbone (22) auf einen Kaderplatz im dritten Verteidiger-Paar. Mit Demko (25) Quinn Hughes (21), Elias Pettersson (22), Brock Boeser (24) und Kapitän Bo Horvat (26) haben die Kanadier ohnehin einen sehr jungen Kern.


Top-Thema: Wird Travis Hamonic spielen? Durch die späten Vertragsverlängerungen mit den beiden Star-Spielern Pettersson und Hughes hat Vancouver wichtige Personalien klären können. Ungeklärt ist nach wie vor die Rolle von Verteidiger Hamonic, der eigentlich als Nebenmann im Top-Paar mit Hughes hätte aufs Eis gehen sollen. Aufgrund von „privaten Gründen“, die aber wohl mit dem Covid-19-Sicherheitsbestimmungen zusammen hängen, tauchte der noch nicht oder noch nicht vollständig geimpfte Neuzugang bislang noch überhaupt nicht bei den Canucks auf. 


Prognose: Die Horror-Vorsaison ist Geschichte. Nach einem Blockbuster-Trade im Sommer greift Vancouver mit neuer Energie an. Der junge Kern ist weiter gereift und wurde punktuell verstärkt. Ekman-Larsson hebt die Qualität in der Abwehr enorm an. Mit Vancouver ist zu rechnen: Die Canucks werden allerdings bis zum Schluss um einen Playoff-Platz kämpfen.


San Jose Sharks  

Vorsaison: Die Sharks haben die Playoffs mit einer 21-28-7-Bilanz als Vorletzter der West Division deutlich verpasst und fehlten somit zum zweiten Mal in Folge in den Postseason.

Kyle Terada-USA TODAY Sports


Top-Zugänge: Mit Adin Hill und James Reimer präsentierte San Jose ein komplett neues Goalie-Gespann, das die Problemposition nun kurieren soll. Mit Nick Bonino und Andrew Cogliano kamen zwei Stürmer für die Bottom-Six-Reihen. Jonathan Dahlén, Top-Scorer aus der zweiten schwedischen Liga Allsvenskan, wurde im Expansion Draft beschützt und könnte den NHL-Durchbruch schaffen.


Top-Abgänge: Die Kalifornier haben keine Schlüsselspieler verloren: Goalie Martin Jones verabschiedete sich via Buyout, Backup Josef Korenar via Trade. Stürmer Ryan Donato fasste nie Fuß in der Bay Area und wurde nicht verlängert. Gleiches gilt für den langjährigen Angreifer Marcus Sörensen. Im Expansion Draft wurde Center Alexander True ausgewählt.


Top-Talente: William Eklund (18) wurde im Draft 2022 in der 1. Runde an 7. Stelle ausgewählt, hinterließ in den Training Camps einen guten ersten Eindruck und darf sich Hoffnung machen, direkt in der NHL durchzustarten. Gute Chancen dafür werden auch dem hart-arbeitenden Vorjahres-Firstrounder Ozzy Wiesblatt (19, 1. Runde, 31. Stelle) und Thomas Bordeleau (19) eingeräumt. Letzterer hinterließ Spuren an der University of Michigan und wurde intern als „Sharks-Talent des Jahres“ ausgezeichnet. Eine starke WM spielten Stürmer Alexander Chmelevski (22, USA) und Verteidiger Mario Ferraro (22, Kanada). Vor allem Ferraro wird ein enormer Entwicklungsschritt vorhergesagt und hat einen Platz in der Top-4-Verteidigung sicher.


Top-Thema: Die Sharks haben ihr komplettes Goalie-Tandem ausgetauscht und brauchen nun Unterstützung von Hill und Reimer, die die Problemzone schließen und der zuletzt wackeligen Defensive mehr Sicherheit geben sollen. Finden die klangvollen Verteidiger Erik KarlssonBrent Burns und Marc-Édouard Vlasic so endlich aus ihrer permanenten Formkrise? Auch im Sturm braucht San Jose frischen Wind, insbesondere von jungen Talenten, um das Scoring auf mehrere Schultern zu verteilen. Der angezählte Trainer Bob Boughner muss seinem Team wieder die Sharks-DNA einimpfen: Überfallartige Angriffe, aggressives Forechecking und knüppelharte Checks gab es unter seiner Riege in San Jose nur sehr selten zu sehen. Ein Unruhefaktor ist Vorjahres-Top-Scorer Evander Kane, der zuletzt abseits des Eises negative Schlagzeilen schrieb und nach Medienberichten auch das Klima in der Kabine vergiften soll. Kane gilt genauso als Trade-Kandidat wie Top-Stürmer Tomas Hertl.


Prognose: Nur wenn San Jose die internen Probleme löst, als Team aus der Formkrise kommt und auch das Goalie-Tandem einschlägt, können die Sharks um den Playoff-Einzug mitspielen. Andernfalls droht Team Teal das dritte Jahr in Folge ohne Playoffs.


Los Angeles Kings  

Vorsaison: Seit ihrem letzten Stanley-Cup-Sieg im Jahr 2014 erleben die Kings eine Durststrecke: Nur zweimal in sieben Jahren qualifizierte sich Los Angeles für die Stanley Cup Playoffs, schied dort aber jeweils in der 1. Runde aus. Zuletzt hieß es dreimal in Folge nach der regulären Saison Sommerpause. 2020/21 schloss L.A. auf Platz 6 in der West Division ab. Neuzugänge und Talente lassen auf eine bessere Zukunft hoffen.

Gary A. Vasquez-USA TODAY Sports


Top-Zugänge: Ein in die Jahre gekommener und zu langsamer Kader war einer der Hauptgründe für die lange Playoff-Abstinenz. Dem wirkten die Kings mit der Aquise von Viktor Arvidsson entgegen: Der flinke Flügelstürmer kam via Trade von den Nashville Predators und soll die oftmals lahmende Offensive beleben. Zudem nahm Los Angeles Free Agent Phillip Danault unter Vertrag, der zuvor eine tragende Säule beim Stanley-Cup-Finalisten Montreal Canadiens war. Für mehr Erfahrung in einer recht jungen Defensive soll Veteran Alexander Edler (35) sorgen.


Top-Abgänge: L.A. hat keine schmerzhaften Abgänge zu vermelden: Am ehesten sind noch Verteidiger Kurtis MacDermid und Stürmer Matt Luff zu nennen.


Top-Talente: Gleich mehrere Prospects könnten 2021/22 ihre Spuren hinterlassen: Allen voran Stürmer Quinton Byfield (19), der im Draft 2020 als 2nd-Overall-Pick noch eine Position vor Tim Stützle (3rd-Overall-Pick von den Ottawa Senators) ausgewählt worden war. Doch auch Alex Turcotte (20), Arthur Kaliyev (20), Lias Andersson (22) und Gabriel Vilardi (22) stehen für eine neue Generation an vielversprechenden Angreifern bei den Kings. In der Abwehr dürfte sich Tobias Björnfot (20) einen Kaderplatz sichern.


Top-Thema: Generationenwechsel im Tor? Über Jahre war Jonathan Quick (35) der unumstrittene Starter in Los Angeles. Doch der neun Jahre jüngere Cal Petersen (26) hat ihm diese Position längst streitig gemacht: In der Vorsaison erhielt Petersen bereits 32 Starts, während Quick nur noch 22-mal von Beginn an im Tor stand. Die jeweiligen Statistiken sagen einen knallharten Konkurrenzkampf voraus, denn während Petersen zwar die bessere Fangquote (91,1 Prozent : 89,8 Prozent) hatte, verbuchte Quick mehr Siege (11:9), Shutouts (2:0) und einen besseren Gegentorschnitt (2,86:2,89). Auf wen wird Trainer Todd McLellan also setzen?


Prognose: Die Kings sind im Großen und Ganzen zusammengeblieben und haben sich mit Arvdisson und Danault vielversprechend in der Offensive verstärkt. Zusammen mit gereiften Talenten ist Los Angeles eine bessere Saison zuzutrauen. Für die Playoffs aber wird es wohl noch nicht reichen.


Seattle Kraken  

Vorsaison: Die Seattle Kraken starten in die erste Saison ihrer Franchise Geschichte.

James Snook-USA TODAY Sports


Top-Zugänge: Alle Spieler im Kraken-Kader sind Neuzugänge. Der prominenteste ist der deutsche Torwart Philipp Grubauer, der nicht nur die Rolle des Stammtorwarts, sondern auch die eines Führungsspielers übernehmen soll. Die Verteidigung sollen Mark Giordano und Adam Larsson tragen. Vince Dunn und Jamie Oleksiak dürften die Top-4-Defensivreihen komplettieren. Im Sturm nehmen Jordan Eberle sowie die beiden Stanley-Cup-Champions Jaden Schwartz (2019 mit den St. Louis Blues) und Yanni Gourde (2020 und 2021 mit den Tampa Bay Lightning) Schlüsselrollen ein.


Top-Abgänge: Auch im ersten Sommer hatte Seattle schon Abgänge zu vermelden: So wurden die im Expansion Draft ausgewählten Spieler wie Torwart Vitek Vanecek, Verteidiger Kurtis MacDermid oder Stürmer Tyler Pitlick im Austausch für Draftpicks direkt getradet.


Top-Talente: Die Kraken wählten in ihrem ersten Draft überhaupt bereits an zweiter Stelle und entschieden sich für den hochtalentierten Zwei-Wege-Stürmer Matty Beniers (18), der sich an der University of Michigan weiter entwickeln soll. Mit den Verteidigern Cale Fleury (22) und Jérémy Lauzon (24) sowie den Stürmern Morgan Geekie (23), Nathan Bastian (23), Carsen Twarynski (23) und Kole Lind (22) wählte Seattle zudem bewusst junge, talentierte Spieler im Expansion Draft aus, die noch über eine Menge Entwicklungspotenzial verfügen.


Top-Thema: Wohin trägt die Euphoriewelle die Kraken? Seattle will sich ein Beispiel an den Vegas Golden Knights nehmen und in ihrer Inaugural Season voll durchstarten. Ihr Ansatz aber dürfte ein anderer sein: Das 32. Team aus der Smaragdstadt dürfte einen deutlich defensiveren Ansatz wählen als die Knights damals. 


Prognose: Die Eishockey-Begeisterung und Vorfreude auf die allererste NHL-Saison ist riesig in Seattle. Das dürfte den Kraken einen Schub geben. Trotzdem scheint eine Qualifikation für die Playoffs nur sehr schwer zu erreichen. Der Liga-Neuling sollte zwischen Rang drei und sechs in der Pacific Division landen.


Calgary Flames  

Vorsaison: Vier Punkte fehlten den Flames zum Erreichen der Stanley Cup Playoffs 2022. So aber stand Calgary am Ende hinter den späteren Finalisten Montreal Canadiens auf Rang fünf der North Division, also knapp unter dem Strich, und verpasste zum achten Mal in den letzten zwölf Jahren die Postseason.

Sergei Belski-USA TODAY Sports


Top-Zugänge: Der Königstransfer ist Blake Coleman, doppelter Stanley-Cup-Sieger von den Lightning (2020 und 2021), der nach einer Drittreihen-Rolle in Tampa nun in die Top-6-Lines in Calgary aufrücken wird. Der 29-jährige ist ein Mentalitätsspieler und hat seinen Wert insbesondere in den Playoffs nachgewiesen. Weitere Cup-Erfahrung bringt Angreifer Trevor Lewis mit, der den Silberling ebenfalls schon zweimal gewinnen konnte (2012 und 2014 mit den L.A. Kings). Er wird ebenso in eine Bottom-Six-Rolle schlüpfen wie Tyler Pitlick. In der Verteidigung präsentierten die Flames mit Nikita Zadorov eine echte Abrissbirne. Im Tor soll Dan Vladar als neuer Backup für Starter Jacob Markström fungieren.


Top-Abgänge: Der langjährige Kapitän und Norris-Trophy-Gewinner Mark Giordano wurde im Expansion Draft nicht von Calgary geschützt und landete so in den Fängen der Seattle Kraken. Weg sind auch die Stürmer Derek RyanJoakim Nordström und Dominik Simon.


Top-Talente: Insbesondere in der Defensive verfügen die Flames über eine Armada an Talenten: Noah Hanifin (24), Rasmus Andersson (24), Oliver Kylington (24) und Juuso Välimäki (22) kommen erst noch ins beste Verteidiger-Alter, nehmen aber bereits Hauptrollen ein. Im Sturm gilt das für Dillon Dubé (23). Auffällig: Kein Spieler aus den letzten vier Drafts (2018-2021) hat bislang den NHL-Durchbruch geschafft. Auch der Firstrounder 2021, Matt Coronato (18), wird vorerst NCAA-Hockey in Harvard spielen. Schon in der Vorsaison schnupperten die Stürmer Glenn Gawdin (24), Matthew Phillips (23) und Adam Ruzicka (22) sowie Verteidiger Connor Mackey (24) NHL-Luft. Ob sie sich in der kommenden Spielzeit bei den Flames etablieren können, bleibt abzuwarten.


Top-Thema: Sind die drei Schlüsselstürmer auf dem Sprung? Ausgerechnet um die drei Top-Stürmer der Flames ranken sich Trade-Gerüchte: Johnny GaudreauSean Monahan und Matthew Tkachuk. Der Hintergrund: Die Verträge von Gaudreau (UFA) und Tkachuk (RFA) laufen 2022 aus. Der von Monahan ein Jahr später in 2023. Schafft es Calgary, sein Herzstück in der Offensive zu halten oder droht am Ende ein kompletter Umbruch im Angriff?


Prognose: Das beschriebene Szenario könnte im Saisonverlauf für Unruhe sorgen. Insbesondere, weil Calgary dringend mehr Scoring Touch entwickeln muss. Die Flames landen im Mittelfeld der Pacific Division, werden die Playoffs aber verpassen.


Anaheim Ducks  

Vorsaison: Die Ducks schlossen als schlechtestes Team in der West Division ab. Der Schuh drückte insbesondere im Angriff: Anaheim stellte die schwächste Offensive (im Schnitt nur 2,21 Tore/Spiel) und das schlechteste Powerplay (8,9 Prozent Erfolgsquote) in der gesamten NHL. Was also macht Hoffnung auf Besserung?

Harrison Barden-USA TODAY Sports


Top-Zugänge: Die Neuzugänge schonmal nicht: Die Ducks zogen keinen einzigen namhaften Spieler an Land. Auch der im Draft 2021 in der 1. Runde an 3. Stelle gezogene Mason McTavish wird noch nicht unterstützend eingreifen können, sondern für die Peterborough Petes in der OHL an den Start gehen.


Top-Abgänge: Immerhin ist Anaheim über den Sommer nicht auseinandergefallen. Verteidiger Haydn Fleury und Stürmer Danton Heinen sind als Top-Abgänge zu nennen. Schmerzhaft ist das Karriereende des langjährigen Torwarts Ryan Miller, der als Persönlichkeit fehlen wird und eine Lücke auf der Position des Backup-Goalies hinter John Gibson reißt.  


Top-Talente: Hier erhofft sich die Truppe aus Orange County den meisten Einschlag. Mit Verteidiger Jamie Drysdale (19, 1. Runde, 6. Stelle) und Stürmer Jacob Perreault (19, 1. Runde, 27. Stelle) scharren Anaheims Top-Picks aus dem Draft 2020 mit den Hufen. Gleiches gilt für die drei Firstrounder Trevor Zegras (20, Draft 2019), Brayden Tracey (20, Draft 2019) und Isac Lundeström (21, Draft 2018), die Alternativen für den Angriff darstellen könnten. Einen guten Eindruck beim AHL-Farmteam San Diego Gulls hinterließen zuletzt auch Stürmer Benoit-Olivier Groulx (21), die Verteidiger Josh Mahura (23), und Simon Benoît (22) sowie Goalie Lukas Dostal (21), der in den Kampf um die Postion des Ersatztorwarts mit einsteigt. 


Top-Thema: Wer sorgt für frischen Wind im Sturm? Insbesondere in der Offensive müssen sich die Ducks dringend steigern. Das gilt sowohl für die Produktivität in der Spitze als auch das Secondary Scoring in der Tiefe und natürlich das erschreckend ineffektive Powerplay. Anaheim hofft darauf, dass gleich mehrere junge Spieler zünden. Maxime Comtois (22), Max Jones (23), Sam Steel (23) oder Troy Terry (23) dürften sich angesprochen fühlen und müssen ihr zweifelsohne großes Potenzial besser ausschöpfen.


Prognose: Die Ducks haben sich über den Sommer nicht wirklich verbessert. Selbst wenn ein paar Talente einschlagen und an ein paar Stellschrauben in der Offensive gedreht werden können, dürfte Anaheim kaum Chancen auf das Erreichen der Playoffs haben und als Schlusslicht der Pacific Division abschließen.




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