Ein 17-jähriger Goalie verzückt die DEL – Köln stoppt den freien Fall
In der vergangenen Woche stach in der DEL ein erst 17-jähriger Goalie heraus: Philipp Dietl von den Straubing Tigers. Derweil stoppten die Kölner Haie ihren freien Fall. Wichtige Vertragsverlängerungen standen bei den Nürnberg Ice Tigers und Bietigheim Steelers an. Außerdem passte die Liga die Auf- und Abstiegsregelung an. Elite Prospects Rinkside blickt auf die DEL-Woche zurück...
🏒 Dietl: Ein 17-jähriger Torwart wird zum „Ice Man“
Es gibt Geschichten, die nur der Sport schreibt. Eine solche entstand in der vergangenen Woche bei den Straubing Tigers: Aufgrund der Ausfälle der anderen Torhüter mussten die Niederbayern am Dienstag auf den erst 17-jährigen Philipp Dietl zurückgreifen. In seinem ersten DEL-Start ging es auch noch gegen den EHC Red Bull München. Doch von Nervosität war beim „Ice Man“ keine Spur: Dietl entschärfte mit einer Bierruhe alle 27 Schüsse, feierte direkt seinen ersten DEL-Shutout und hielt damit auch den 2:0-Auswärtserfolg fest. Dass der 17-jährige keine Eintagsfliege ist, stellte er drei Tage später gegen das nächste Top-Team erneut eindrucksvoll unter Beweis: Beim 5:1-Heimsieg gegen die Grizzlys Wolfsburg stoppte der gerade einmal 1,78 Meter große Linksfänger 21 von 22 Schüssen (95,5 Prozent Fangquote).

Philipp Dietl feierte als 17-Jähriger in seinem ersten DEL-Spiel gleich einen Shutout BILDBYRÅN/Eva Fuchs
In einem Torfestival am Sonntag gegen die Augsburger Panther startete Straubing mit Neuzugang Tyler Parks, doch nach vier Gegentoren in den ersten 11:04 Minuten bzw. deren fünf nach 23:05 Minuten kam Dietl zum nächsten Einsatz. Die Tigers starteten daraufhin eine Aufholjagd und kamen wieder bis auf 4:5 heran. Im dritten Drittel musste dann aber auch Dietl zum ersten Mal hinter sich greifen, ein Empty-Net-Tor besorgte den Rest und damit einen 7:4-Auswärtssieg für die Panther. Die Top-Performer waren Augsburgs Adam Payerl (2-2-4), Michael Clarke (1-2-3), Drew LeBlanc (1-2-3) und Jesse Graham (1-2-3).
Dietls Statistik nach vier DEL-Einsätzen (zwei Starts): Ein Gegentorschnitt von 1,53 und eine Fangquote von 93,2 Prozent.
Straubings Torwart Sebastian Vogel sowie Verteidiger Brandon Manning fallen mit Beinverletzungen bis auf Weiteres aus. Die Tigers reagierten darauf und verpflichteten Abwehrspieler Trent Bourque. Der 23-jährige Kanadier wechselt von den Manitoba Moose (AHL) an den Pulverturm. Am Wochenende kam der 1,88 Meter große und 91 Kilogramm schwere Linksschütze bereits zweimal in der DEL zum Einsatz (keine Scorerpunkte).
🏒 Haie stoppen den freien Fall
Hinter den Kölner Haien liegen schwere Wochen: Der KEC hat kein einziges Spiel im Monat Januar gewonnen und hatte zehn Niederlage in Serie einstecken müssen. Diese Negativserie aber riss am Sonntag beim 4:3-Heimsieg gegen die Iserlohn Roosters.
Gezittert werden musste in der Domstadt aber trotzdem: Nach einem Bilderbuchstart ins dritte Drittel mit drei schnellen Treffern durch Andreas Thuresson (43., im Powerplay) und Doppelpacker Quinton Howden (44., im Powerplay; 47.) führte Köln eigentlich recht komfortabel mit 4:1. Doch Iserlohn machte es noch einmal spannend und kam dank Casey Bailey (49.) und Taro Jentzsch (54.). noch einmal auf 3:4 heran. Der Ausgleich aber sollte dem IEC nicht mehr gelingen.

Quinton Howden erzielte zwei Treffer für die Kölner Haie BILDBYRÅN/Stefan Ritzinger
Für die Haie war es der erste DEL-Sieg seit 56 Tagen (3:2 n.V. gegen die Augsburger Panther am 26. Dezember 2021) und der erste Dreier seit 70 Tagen (5:4 beim EHC Red Bull München am 12. Dezember 2021).
Die Roosters haben nach zwischenzeitlich fünf Siegen in Folge nun dreimal hintereinander verloren und sind wieder Letzter der DEL-Tabelle. Trainer Kurt Kleinendorst fehlte am Wochenende wegen einer Erkrankung und wurde von Co-Trainer Jamie Bartman vertreten.
🏒 Das Schaulaufen der Ex-Spieler: Nürnberg gewinnt einen Krimi und verlängert mit Schmölz
Am Freitag mussten sich die Iserlohn Roosters mit 4:5 n.V. gegen die Nürnberg Ice Tigers geschlagen geben. Auch ohne den ehemaligen Ice-Tigers-Coach Kurt Kleinendorst wurde diese Partie zu einem Schaulaufen der jeweiligen Ex-Spieler: Bei den Roosters traf Eric Cornel (27.) einmal, Eugen Alanov sogar zweimal (47., 55.) gegen die alten Kollegen. Auf der anderen Seite erzielte Nürnbergs Marko Friedrich (4.) das erste und der gebürtige Iserlohner Tim Fleischer das letzte Tor der Partie (64.). Somit wurden fünf von neun Toren von jeweiligen Ex-Spielern erzielt.

Eugen Alanov (re.) und Marko Friedrich (li.) trafen beide gegen ihre alte Teams BILDBYRÅN/Eibner
Die Ice Tigers verlängerten außerdem den auslaufenden Vertrag mit ihrem Power Forward Daniel Schmölz um zwei Jahre bis 2024. „Daniel ist seit Jahren einer der konstantesten deutschen Torjäger der Liga und passt auch menschlich perfekt zu uns“, freute sich Nürnbergs Sportdirektor Stefan Ustorf. „Er hat sich trotz mehrerer Angebote für die Ice Tigers entschieden. Das ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass er an den eingeschlagenen Weg unserer Organisation glaubt.“ Schmölz spielt seit 2020 für Nürnberg. In 78 Spielen für die Franken gelangen dem 30-jährigen Füssener 60 Scorerpunkte (29 Tore, 31 Assists). In der laufenden Saison kommt er nach 40 Partien auf eine 10-16-26-Ausbeute. Schmölz geht mit seinem Körper (1,84 Meter groß, 89 Kilogramm schwer) dahin, wo es wehtut und ist eher der Mann für „dreckige Tore“, weshalb sich der Begriff „reinschmölzen“ längst etabliert hat.
🏒 Naud bleibt Trainer der Bietigheim Steelers
Die Bietigheim Steelers haben den Vertrag mit Trainer Daniel Naud um ein Jahr bis 2023 verlängert. „Danny nimmt seine Arbeit sehr ernst und stellt sich der Herausforderung. Er jammert nicht, wenn wir mit kurzer Bank antreten müssen, sondern sucht nach Lösungen. Wir tauschen uns regelmäßig und intensiv aus, diskutieren, analysieren und finden Wege“, sagte Geschäftsführer Volker Schoch.
🏒 DEL ändert Auf- und Abstiegsregelung
Die Deutsche Eishockey Liga hat Anpassungen bei der Auf- und Abstiegsregelung vorgenommen. Sicher ist, dass es nach der laufenden Saison 2021/22 einen Absteiger geben wird. Der potenzielle Abstieg eines zweiten Teams wurde dagegen ausgesetzt. Demnach tritt die DEL in der kommenden Saison 2022/23 wieder mit 14 Mannschaften an. Es sei denn, die Löwen Frankfurt qualifizieren sich als Meister der DEL2 für den sportlichen Aufstieg. In diesem Fall wird in der DEL auch in der neuen Spielzeit noch einmal mit 15 Klubs gespielt. Außerdem wird die reguläre Saison aufgrund zahlreicher Corona-bedingten Spielverschiebungen um eine Woche verlängert.
Aktuell stehen die Iserlohn Roosters (15., 1,184 Punkte/Spiel) als Letzter auf dem einzig verbliebenen Abstiegsplatz. Doch auch die Bietigheim Steelers (14., 1,2), Krefeld Pinguine (13., 1,211) und Schwenninger Wild Wings (12., 1,214) stecken weiterhin mitten im Abstiegskampf. Die Augsburger Panther (11., 1,275) konnten sich in den letzten Wochen zumindest ein wenig absetzen.

